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SEMAPRO 2013

usbstick-iariaDie Seventh International Conference on Advances in Semantic Processing (SEMAPRO 2013) ist Teil der Multi-Konferenz IARIA NexTech 2013 Konferenz und findet dieses Jahr in Portugal statt. Wir haben dort einen Artikel zum Thema “Datentypen in UML und OWL-2” eingereicht.

Das Hotel, in dem die Konferenz stattfindet (und in dem ich auch mein Zimmer habe), liegt in Gaia, einer direkten Nachbarstadt von Porto. Die Lage ist ein wenig seltsam, eingerahmt von Autobahnen liegen mehrere große Hotels in einer Art Gewerbegebiet. Das macht auch die Anreise etwas schwierig, lag doch die nächstgelegene Bushaltestelle auf der andere Seite der Autobahn. Insgesamt ist der ÖPNV in Porto sehr gut und modern. Man lädt sich auf eine RFID-Karte die Fahrkosten und logt sich in jedem Fahrzeug (U-Bahn, Bus etc.) neu ein. Für 1,80€ kann man in Kiel Kurzstrecke fahren, in Porto kommt man vom außerhalb gelegenen Flughafen zum Hotel am anderen Ende der Stadt.

Novotel in Porto

Am Sonntag Abend gab es bereits einen kleinen Empfang. Die Konferenz scheint fest in europäischer, wenn nicht sogar deutschsprachiger Hand zu sein. Vielleicht wohnen die anderen Teilnehmer aber nur in anderen Hotels und hatten keine Lust mehr, zum Tagungshotel zu fahren. Interessant waren mehrere Gespräche über das Thema “Semantic Web”. Das scheint einen relativ schlechten Ruf zu haben: Es wird eine extrem große Bandbreite an Themen mit diesem Etikett versehen und die Qualität der Beiträge ist sehr durchwachsen.

Wie schon geschrieben, ist Semantic Processing nur ein Teil der Multi-Konferenz und mit zwölf Veröffentlichungen ein eher kleiner.  Ubiquitous Computing ist mit 32 Beiträgen deutlich stärker vertreten. Aufgrund der wenigen Slots für semantische Techniken ergibt sich so aber auch die Möglichkeit, mal in andere Themengebiete hineinzuschauen. Montag Morgen habe ich mir eine Session zu Ambient Computing angeschaut, für meinen Geschmack zu wenig Informatik, dafür viel Psychologie, Medizin und Kunst.

Leider wurden die in den Gesprächen angesprochenen Vorurteile zu “Semantic Web” mal wieder bestätigt. Einige Beiträge hatten relativ wenig mit Semantic Web zu tun, sondern beschäftigten sich fast ausschließlich mit anderen Probleme. Hier scheint mir der Begriff “semantisch” nur angefügt worden zu sein, damit man einen weiteren Platz für Veröffentlichungen hat. Und auch der in Gesprächen immer wieder spöttisch angeführte Klassiker tauchte auf: Ein kompletter Beitrag nur für eine Anwendungs-Ontologie mit Klassen, die man an zwei und Object Properties, die man einer Hand abzählen konnte. Eine Nutzung existierender Ontologien oder Daten aus der LOD-Cloud? – Fehlanzeige.

PortoAm Dienstag hatte ich einen Tag frei, da – wie schon geschrieben – die SEMAPRO nur relativ wenige Sessions hat. Also ergab sich etwas Gelegenheit, sich Porto anzusehen. Zum Glück machte auch der Regen am Mittag eine Pause, so dass es noch ein paar Gelegenheiten zum Fotografieren gab.

 

Mein Vortrag am Mittwoch kam glaub’ ich recht gut an, er war allerdings wohl ein ziemlicher Gegensatz zu den übrigens Vorträgen. Anschließend gab es noch ein paar interessante Gespräche, die im Wesentlichen von dem Erstaunen geprägt waren, dass hinter OWL “echte” Informatik bzw. Description Logic steckt und man damit harte Beweise führen kann. Ich hoffe, dass ich zumindest bei einigen den schlechten Ruf, den “Semantic Web” vielfach hat, zumindest in einigen Teilen ausräumen konnte.

Future World (?) Wide Web

Da bin ich nun also in Shanghai und besuche die IPDPS2012. Einen Artikel hier bei der IPDPS unterzubringen ist ein schöner und gelungener Abschluss der Arbeit in der AG Kommunikationssysteme im Bereich “Sortieren”. Gestern habe ich unseren (hap,osh,nl) Artikel vorgestellt. Ich hatte am ersten Tag der Konferenz einige Vorträge gehört und war so genervt von Folien voller Formeln, dass ich meinen Vortrag ziemlich radikal vereinfacht habe – und das kam offenbar recht gut.

Aber eigentlich wollte ich etwas zum World(!) Wide Web schreiben. So richtig “World Wide” ist das nämlich noch nicht. Dabei will ich nicht diskutieren, wie problematisch und langsam hier in Shanghai Internetverbindungen sind. Auch das viele Webseiten von hier aus nicht zu erreichen sind, ist ja ein bekanntes “Phänomen”.

Aber allzuoft wird das “World” in WWW nicht nur durch beschränkt, das Webseiten nicht zu erreichen sind. Nein, durch Rechtslage, Urheberrecht, Datenschutz usw. usf. wird auch nicht jeder Inhalt überallhin geliefert. Wer kennt das Problem nicht, dass etwa bestimmte Inhalte in bestimmten Ländern frei abgerufen werden können, in anderen Ländern dagegen nicht (VOXnow, youtube).

Seltsamerweise gibt es auch Probleme mit nicht-freien Inhalten. Ich bin beispielsweise “Amazon Prime”-Mitglied, zahle also Geld, damit Amazon mir bestimmte Inhalte liefert. Aber wie ich gerade erfahre, gilt das gar nicht weltweit. Merkwürdig, Amazon hat doch einen Vertrag mit mir. Und ich muss ja auch zahlen, egal wo ich mich gerade aufhalte. Wieso darf ich Leistungen nicht da in Anspruch nehmen, wo ich es möchte?

Aber auch die ARD macht witzige Sachen: Gestern wollte ich mir den Sonntags-Polizeiruf anschauen. Und was erlebe ich da? Der ist nur zwischen 20:00 Und 06:00 Uhr verfügbar – deutscher Zeit, wohlgemerkt. Ebenfalls merkwürdig, denn offenbar kann mir aufgrund meines geographischen Aufenthaltsortes der Zugang zu Inhalten ja leicht verwehrt werden (siehe oben). Es scheint jedoch nicht möglich zu sein, mir den Inhalt aufgrund meines geographischen Aufenthaltsortes zu gewähren.

Da muss etwas geschehen. Problem mit Youtube, Amazon, das alles könnte ich ertragen. Aber den Sonntags-Polizeiruf, oder schlimmer, den Tatort nicht sehen können …? Da hört der Spass doch auf!

Unterwegs. Unterwegs?

1,2 Mio. Besucher im Jahr 2011 und Jesper Zedlitz können sich nicht irren: Das Miniatur-Wunderland (MiWuLa) in Hamburg muß man gesehen haben. Die AG ComSys steigt in einen echten Zug und fährt hin.

Aussteigen im Hamburger Hbf. und dann großstädtisch-lässiges Anpirschen: Vom Bahnhof durch das Kontorhausviertel zum Gewürzmuseum in der Speicherstadt; im Gewürzmuseum den erwarteten Hunger gekriegt und dann im Schoppenhauer auf der anderen Seite vom Fleet gegessen … und jetzt nur noch über die Brücke zurück in die Speicherstadt.

Das Miniatur-Wunderland ist wirklich umwerfend.

Neben der faszinierenden Technik, die all die Züge, Autos und Flugzeuge bewegt, neben der überall erkennbaren Begeisterung für die Details der Landschaft, der Architektur und der Verkehrswege, neben der wirklich überbordenden Lust am Erzählen von Geschichten mit Figürchen, neben der aus allen Ritzen quellenden kindlichen Freude, sich einen Lebenstraum erfüllt zu haben, und schließlich: neben dem irren Triumph, in der Stadt der nüchtern rechnenden Pfeffersäcke ein “Wunderland” geschaffen zu haben, neben all diesem, das allein schon den Besuch lohnt, neben all diesem ist es noch etwas ganz anderes, das mich im MiWuLa bewegt hat:

Wir sehen eine von Verkehrswegen und -anlagen völlig zerschnittene Landschaft, eine Landschaft, die vom höchsten Alpengipfel bis hinab zum Meeresspiegel der intensivsten Nutzung unterworfen ist, eine Landschaft, in der es keine Ruhe mehr gibt, sondern nur noch Krach und Bewegung – Und wir sind begeistert! Es ist niedlich, richtig niedlich! Sogar der naturalistisch nachgeahmte Dreck und Staub: niedlich! Man sieht das alles – und zwar mit Freude!

Es ist, als ob das MiWuLa dem Menschen für all sein brutales Eingreifen in die Natur eine fröhlich-kindliche Absolution erteilt.

Noch etwas anderes ist mir durch den Kopf gegangen: Hier wird Mobilität gefeiert! Schaut man die einzelnen Szenen an, die da mit soviel Detailversessenheit nachgestellt sind, dann entdeckt man bei sich selbst, daß man sich bei jeder Szene zuerst ein und die gleiche Frage stellt: Was bewegt sich in dieser Szene und was nicht? Dem bewegten Zug, dem bewegten Auto schaut man nach … um dann mit den Augen unweigerlich in der nächsten Szene zu landen. Da capo! Nur Bewegung gilt. Es ist wie im Leben. (Daß ausgerechnet ein Speicher, der gemeinhin als Ort der Ruhe verstanden wird, zu einem Tempel der Bewegung gemacht worden ist, steigert diesen Effekt des Mitgerissenwerdens nicht unerheblich.)

Wir hatten das Glück, an einer Führung teilnehmen zu können, die auch das zeigt, was hinter den Kulissen ist. 58% der Gleise sind für den “normalen” Betrachter unsichtbar; sie führen unter den “Landschaften” durch. Die ganze Anlage besteht derzeit aus insgesamt 20 sog. Gleisbildern, die durch die verborgenen Gleise zu kreisförmigen Wegen in sich abgeschlossen werden. Dabei sind die Gleisbilder so geschickt ineinander verschlungen, daß die Beobachterin sie kaum “auseinanderdividieren” kann. Die gewaltigen Landschaftskulissen beherbergen auch die sog. Schattenbahnhöfe, in denen Züge auf ihren Einsatz warten. Komplizierte Wege, versteckte Wege, Züge mit langen, ineinander verschachtelten Einsatzzyklen: Sie verbergen dem Betrachter, daß es hier nur um eins geht: Im Kreise fahren. Wie in Lummerland. Wo Lukas seine Emma unverdrossen im Kreise fahren läßt. (Bestimmt habe ich jetzt bald einen Pufferküsser am Hals, der das Gleisbild von Lummerland besser kennt, als ich es von der Augsburger Puppenkiste her in Erinnerung habe.) Lummerland bezieht seinen Charme aus der offensichtlich erkennbaren Sinnlosigkeit der Bewegung, das MiWuLa bezieht seinen Charme aus der geschickt kaschierten Sinnlosigkeit der Bewegung.

Motion is progress. Oder?

Computer Science and Transport Symposium 2012

Am 10. Mai 2012 findet im Wissenschaftszentrum der Universität Kiel nun schon das vierte Computer Science and Transport Symposium statt.

Wir freuen uns auf viele spannende, internationale Vorträge über aktuelle Trends und Entwicklungen im Eisenbahnsektor und darüber hinaus.

Es wird angeraten sich frühzeitig zu registrieren, da die Plätze begrenzt sind. Für Studenten und DiWiSH-Mitglieder ist die Registrierung kostenlos. Für alle anderen beträgt die Registrierungsgebühr 90 €. Weitere Informationen über das Programm und den Registrierungsablauf entnehmen Sie bitte dem Einladungs-Prospekt.

BSc Abschlußprojekt: Neuer Termin

Der neue Termin für die Vorbesprechung zum BSc-Abschlußprojekt Synchronisation von Kontakten und Terminen im Sommersemester 2012 ist: Montag, 26.03.2012, 16:00 Uhr, Hochhaus Raum 1118. Bis dann!

Rückspiegel: Seminar XML-Technologien

Es war ein super-interessantes Seminar! Dank an alle Teilnehmer, insbesondere natürlich an die Vortragenden!

Im Nachhinein hätte ich es besser gefunden, das Seminar mit dem Titel “Web-Technologien” zu versehen, da sich zwei Vorträge (John Julian Carstens und Firat Akdemir) sich mit dem Semantic Web bzw. wichtigen Aspekten von HTML-5 beschäftigt haben. Wenn man diese beiden Vorträge zusammennimmt, dann erkennt man zumindest einige Umrisse des Future Web. Eine gute Ergänzung war der Vortrag von Mirko Heinold, der aufgezeigt hat, wie wir uns in Zukunft die Programmierung von Anwendungen auf der Basis von Domänen-spezifischen Sprachen (DSLs) vorstellen können.

Über diesen Post stellen wir allen Interessierten die Vortragsfolien und Ausarbeitungen zur Verfügung:

PS: Das Bild heißt “Design Patterns”, stammt von Peter Morville und ist bei Flickr zu finden.

Klausureinsicht: XML in Communication Systems

Die Einsicht und Besprechung der Klausur “XML in Communication Systems” vom 21.02.2012 findet am 06.03.2012 ab 9:00 Uhr bei uns in der Arbeitsgruppe (11. Stock CAP4) statt.

 

Foto: Sean MacEntee bei flickr.com

Seminar: XML-Technologien

Unser Seminar “XML-Technologien” findet am 01.03.2012 von 9:00 – 12:00 Uhr im Raum 1118 statt.

Wir freuen uns auf spannende Vorträge und Diskussionen zu den Themen

“Domänenspezifische Sprachen am Beispiel von Xtext”,

“SPARQL – Protocol And RDF Query Language”

und “HTML 5”

 

Foto: RalphTQ bei flickr.com

Als Doktorvater …

… ist man immer froh, wenn ein Promotionsvorhaben zu einem glücklichen Ende kommt. So wie bei Hagen Peters, der in seiner Verteidigung (“Disputation”) am 23.1.2012 eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, welch interessante Arbeiten er in seinen gut vier Jahren in der AG Kommunikationssysteme durchgeführt hat. Super, Hagen! Die Wissenschaft ist (zumindest ein kleines) Stück reicher  geworden; wir wissen nun etwas mehr darüber, wie gut XML-Dokumente unter Einsatz von Grafikkarten bearbeitet werden können.

Aber die Freude ist nicht ungetrübt: Hagen Peters hat die die Arbeitsgruppe, die CAU, die Stadt Kiel und sogar Deutschland verlassen – er arbeitet jetzt bei in den Oracle Labs in Kalifornien. Man hat dort (noch vor Abschluß einer Promotion) eine seiner Veröffentlichungen gelesen, ihn zu einem Vortrag eingeladen und ihn dann eingestellt. Er fehlt uns, und gleichzeitig sind wir natürlich sehr stolz, einen Ex-Mitarbeiter in so einem renommierten Labor untergebracht zu haben. Wenn das kein Grund zur Freude ist!

Andererseits … da capo!