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Auslandssemester in Finnland

Als ich mein Auslandssemester im August 2015 in Turku begann, fühlte ich mich in mancher Hinsicht wieder ein bisschen wie ein Ersti. In der ersten Zeit hörte ich viele Einführungsveranstaltungen, war froh als ich mich für alle Kurse erfolgreich angemeldet hatte und ich dann zur richtigen Zeit im richtigen Hörsaal saß. Dazu kam noch eine mehr oder weniger unbekannte Sprache und Kultur, sowie eine völlig neue Umgebung.
Ein Auslandssemester klang nach einer sehr verlockenden Herausforderung für mich und so machte ich mich Ende August auf den Weg nach Turku, Südfinnland. Ich verbrachte das Herbstsemester 2015 von September bis Dezember an der finnischen Universität in Turku. Neben dieser gibt es dort auch eine schwedisch sprachige Universität,von der ich ebenfalls aus dem Kursangebot wählen durfte. Beide Universitäten bieten Kurse auf Englisch an und so konnte ich zum Glück auch ohne finnisch und schwedisch Kenntnisse aus einem vielfältigen Kursangebot wählen.
Ich belegte ein Modul in dem ich mit vier Kommilitonen ein Spiel entwickelte, tauchte ein in die Analyse von großen Datenmengen und wie man aus diesen Wissen extrahieren kann, belegte Kurse zum Thema System- und Software-Sicherheit, erlangte Grundlagen der Kryptographie und belegte einen Sprachkurs für Finnisch.
Anders als an der CAU besteht ein Semester in Turku aus zwei Zeiträumen. Module gehen über einen oder beide Zeiträume und so dauern manche der Module nur ein halbes Semester. Folglich gehen die kurzen Module zwar inhaltlich gar nicht so sehr in die Tiefe, wie ich es aus dem Bachelor an der CAU gewohnt war, allerdings bekam ich so die Möglichkeit mehrere unterschiedliche Kurse zu belegen.
Für meine dortige Zeit fand ich die Teilung des Semesters gut, da ich so in verschiedene Gebiete, wie z. B. Spieleentwicklung, hineinschnuppern konnte, die an der CAU nicht angeboten werden.
Das aktive Anwenden der englischen Sprache (Sprechen und Schreiben) empfand ich durchaus als Herausforderung. Da das Verfassen von längeren Texten im Bachelor in Kiel eher kurz kam, half es mir, dass ich diese Fertigkeit während des Auslandsaufenthaltes weiter ausbauen und festigen konnte.
Und nicht zuletzt habe ich es genossen, durch Ausflüge in meiner Freizeit, verschiedene Gebiete von Finnland zu bereisen und so auch die Kultur und die Menschen besser kennen zu lernen.

Abschlussarbeit: Aufbereitung von Daten, die mit Hilfe von Citizen Scientists erfasst wurden

Bei der Erfassung strukturierter historischer Quellen steht als Ergebnis meist eine Reihe von Objekten (in Semantic Web Sprechweise: resources) mit Textfelder (data properties) zur Verfügung. Das ist u.a. auch wichtig, damit die Erfassung quellengetreu erfolgt. Um die Daten aber sinnvoll als Linked Open Data zur Verfügung zu stellen, müssen die erfassten Daten zu Objekt-Graphen verknüpft werden. Daher wird man einen Export-Schritt einbauen, der diese Aufbereitung durchführt.

In der Regel müssen müssen beim Export einige data properties speziell behandelt werden, z.B. müssen mit Komma getrennte Listen in mehrere Objekte aufgeteilt werden. Oder das Vorhandensein einer bestimmten data property entscheidet, auf welche Weise die Texte in Objekte umgewandelt werden.

Ziel der Arbeit soll sein, nach bestehenden Sprachen für eine Aufbereitung der Daten zu suchen bzw. eine eigene Sprache zu definieren. Mit Hilfe dieser sollen Regeln für den Export allgemein beschrieben werden können. Es soll ein Export-Modul für ein bestehendes Daten-Erfassungs-System implementiert werden, das diese Regel sowie eine Menge von resources mit data properties einliest und daraus den gewünschten Ziel-Graph generiert.

Es steht ausreichend Datenmaterial zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Implementierung getestet werden kann.

Die Aufgabenstellung lässt sich für eine Masterarbeit so erweitern, dass man überlegen kann, wie Fehlerkorrekturen, die nach dem Export auf einer der beiden Seiten vorgenommen werden, so weitergegeben werden können, dass auf beiden Seiten eine Fehlerkorrektur möglich ist. Weiterhin wäre es wünschenswert, wenn durch eine geeignete Benutzeroberfläche auch Nicht-Informatiker in die Lage versetzt würden, Export-Regeln zu definieren.

neues LOD-Cloud Diagramm

Linking Open Data cloud diagram 2014, by Max Schmachtenberg, Christian Bizer, Anja Jentzsch and Richard Cyganiak. http://lod-cloud.net/

Linking Open Data cloud diagram 2014, by Max Schmachtenberg, Christian Bizer, Anja Jentzsch and Richard Cyganiak. http://lod-cloud.net/

Vor einigen Tagen wurde ein neues Diagramm der Linked Open Data Cloud veröffentlicht: http://lod-cloud.net/

Es werden dort 1.019 Datensammlungen verzeichnet, vor vier Jahren waren es nur 295. Allerdings ist zu vermuten, dass dies nur einen kleinen Teil der verfügbaren Linked Open Data darstellt. Ich kenne einige umfangreiche Datensammlungen, die hier nicht aufgeführt sind. Vielleicht ist im nächsten Diagramm ja auch schon unser Kieler Gelehrtenverzeichnis zu finden.

On re-using ontologies

It is usually considered good practice to use elements, i.e., classes and properties, of exisiting ontologies such as FOAF or Dublin Core. That way the semantics of you new ontology become more obivious. And more systems will “understand” you data, even if they do not know your newly defined vocabulary, yet.

In cases of classes it is simple. Say you want to equip an object with a geographic position (by using an object property). There is a commonly used ontology by W3C for (simple) geographic information: http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos# This ontology contains a class Point which can be used as the range of the new object property:

   Prefix(wgs84:=<http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos# >)
   …
   Declaration( ObjectProperty( my:isLocatedAt ) )
   ObjectPropertyRange( my:isLocatedAt wgs84:Point )

However, the situation is different if you want to re-use properties. For sake of brevity let’s stick to the mentioned  W3C geo ontology. Say you want model a peak with its altitude. The W3C ontology contains a data property alt that seems suitable. It seems likely to set the domain of the alt data property to Peak:

   Prefix(wgs84:=<http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos# >)
   …
   Declaration( Class( my:Peak ) )
   DataPropertyDomain( wgs84:alt my:Peak )

What happens if someone imports your ontology (of course it is a successful cool ontology everyone wants to use)? The ObjectPropertyDomain axiom imported from your ontology states that every individual that uses the alt property (including instance of wgs84:Point) are instances of your class Peak! That is obviously not intended. Is it impossible to re-use properties?

One solution of the problem is to define a new property and make is sub-property of the existing one:

   Prefix(wgs84:=<http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos# >)
   …
   Declaration( Class( my:Peak ) )
   Declaration( DataProperty( my:altitude ) )
   SubDataPropertyOf( my:altitude wgs84:alt )
   DataPropertyDomain( my:altitude my:Peak )

Now only individuals using you newly defined altitude property become instances of you Peak class. You do not say anything about an element of W3C’s geo ontology in you ontology. However, a system not yet knowing your ontology, is still able to identify the altitude value because the property is also a wgs84:alt property.

Drei Typen und ein Vierfarbkuli

Von nix kommt nix. Wenn man Hochschullehrer sein will, muß man sich auch für Hochschuldidaktik interessieren.

Habe ich gemacht, schon als Student, als Aktivist in der Fachschaft. Meine Fachschaftskollegen und ich, wir haben damals intensiv mit zwei querdenkenden Hochschuldidaktikern kommuniziert, die uns mächtig beeindruckt haben: Rainer Morsch und Wolfgang Neef von der TU Berlin. Wenn man mit denen über Hochschuldidaktik gesprochen hat, dann ging’s nicht um ECTS-Punkte (die gab’s damals noch gar nicht), es ging auch nicht um zwei SWS mehr oder weniger Algorithmen und Datenstrukturen, und es ging vor allem nicht um Tafel oder Beamer. Es ging um eine fundamentale Schlußfolgerung, die die beiden aus ihren ausführlichen Untersuchungen zur Studiensituation in den technischen Studiengängen gezogen haben: Das Ingenieurstudium ist so, wie es im Lehrplan steht, eigentlich gar nicht studierbar. Peng! Die Anforderungen sind so hoch, daß es so, wie die Professoren sich das wünschen, keiner schaffen kann. Vorlesung hören, Vorlesung nachbereiten, Übungsaufgaben rechnen, Praktikumsaufgaben lösen … Alles das zusammengenommen geht nicht, oder zumindest: nicht in der Zeit, in der es erwartet wird. Lehrplan: Murks.

Und jetzt? Game over?

Zu irgendetwas – und das war die zweite überraschende Schlußfolgerung – muß dieses scheinbar disfunktionale Studium aber dennoch nütze sein. Und das ist etwas, das nicht im UnivIS steht. (Das UnivIS gab’s damals noch gar nicht.) Es ist ein geheimer Lehrplan. Und der bezieht sich nicht auf die fachliche Qualifikation, sondern auf die Herausbildung von Persönlichkeitsmerkmalen. Das also war die Kernthese “unserer” Hochschuldidaktiker.

Die fraglichen Persönlichkeitsmerkmale haben die beiden nun drei verschiedenen Idealtypen zugeordnet – Sie merken, es geht wieder um eine Typologie –, und da es nur um Typen geht und nicht um Menschen, bleibe ich politisch völlig unkorrekt in der männlichen Form:

  • Der fleißige Detailarbeiter besucht so gut wie alle vorgesehenen Vorlesungen, schreibt mit einem Vierfarbkuli in Druckbuchstaben ein gut leserliches Skript (Fließtext schwarz, Sätze blau, Beweise rot, Lemmata grün unterstrichen, mit Lineal), bemüht sich stets, alle Übungsaufgaben zu erledigen, und kennt kein Vergnügen. Sein Dilemma: Vor lauter Fleiß bleibt manchmal das Verständnis auf der Strecke. Der Studienerfolg stellt sich ein, manchmal ein paar Semester nach der Regelstudienzeit, die Noten sind mittelprächtig
  • Der fachliche Durchblicker besucht Vorlesungen selektiv; er hört zu, schreibt aber nicht mit, da er weiß, in welchem Lehrbuch das vorgetragene Thema besser abgehandelt wird. Kommt ein neues Gebiet an die Reihe, stellt der fachliche Durchblicker strukturelle Vergleiche mit dem Stoff anderer Gebiete an und erkennt durch Analogieschlüsse, wohin die Reise wohl gehen wird. Zur Prüfungsvorbereitung reicht es ihm, die Inhaltsverzeichnisse einiger Lehrbücher durchzuschauen, die erzielten Noten sind deutlich im oberen Drittel.
  • Der sozial Geschickte kennt Gott und die Welt und hat ein gutes Auge für die Qualitäten der anderen Studenten. Vor der Prüfung fotokopiert er sich das Vorlesungsskript vom fleißigen Detailarbeiter und läßt es sich von einem fachlichen Durchblicker erläutern. Oberstes Prinzip: Zeitökonomie. Findet der Prüfer eine Lücke, dann kann die erzielte Note mal neben der Selbsterwartung liegen, ansonsten sieht alles gut bis sehr gut aus.

Nun sagen Sie bloß, Sie kennen keinen von denen!

Das dicke Ende allerdings kommt noch. Denn wenn es nur um die Herausbildung dieser Studenten-Typen ginge, dann hätte das Studium zwar einen gewissen Effekt – aber auch einen Nutzen? Und in der Tat: Das auf diese Weise neu interpretierte Studium hat ebenfalls einen Nutzen, besser: eine berufsqualifizerende Wirkung – genauso wie das “fachliche” Studium. Denn – begegnen uns denn in der Arbeitswelt nicht genau diese drei Typen wieder? Sie heißen nun anders, der fleißige Detailarbeiter heißt nun Sachbearbeiter, der fachliche Durchblicker hat einen Job in der F&E-Abteilung der Firma, und – Sie haben’s erraten – der sozial Geschickte ist der Manager von beiden. Das Studium ist berufsqualifizierend! Für Informatiker könnte man vielleicht die Berufsbezeichnungen Codierer, Architekt und Chief Information Officer einsetzen, und es läßt sich kaum verleugnen, daß die vorgeschlagene Typologie auch in unserem Fachgebiet ihre Entsprechungen in realen Personen hat.

Warum mich das interessiert? Nun ja, zum einen bin ich Hochschullehrer, und als solcher sollte ich mich ja für Hochschuldidaktik interessieren. Aber das hatten wir schon. Und zum anderen … Ich frage mich, ob wir hier in Kiel, d.h. in unserer konkreten Ausbildung im Institut für Informatik der CAU Kiel, einem bestimmten Typus den Vorzug geben. Auch wenn wir es vielleicht gar nicht merken.

Ich meine, etwas zu merken. Umso mehr bin ich auf Ihre Kommentare gespannt.