Bachelorarbeit: Darstellung von Linked Open Data

Linking Open Data cloud diagram, by Richard Cyganiak and Anja Jentzsch. lod-cloud.net/

Linking Open Data cloud diagram, by Richard Cyganiak and Anja Jentzsch. lod-cloud.net/

Im Semantic Web steht in der Linked Open Data Cloud eine große Menge an Informationen zur Verfügung, die jedoch in ihrer RDF-Form (in diesem Format liegen die Daten in der Regel vor) für einen Menschen nur sehr schwer lesbar sind. Man benötigt also eine Aufbereitung in Form von HTML-Seiten oder Grafiken (SVG oder auf HTML5-Canvas gezeichnet). Dabei gibt es zwei Orte, an denen diese Aufbereitung passieren kann: Server oder Client (sprich: Webbrowser).

Serverseitig: Erstellung von HTML-Code in einer Webanwendung

Bei der serverseitigen Aufbereitung werden die RDF-Daten von einer oder mehrerer Datenquellen innerhalb der Webanwendung (z.B. mit Java geschrieben) mit Hilfe einer Bibliothek zur RDF-Verarbeitung (z.B. das Jena-Framework) eingelesen und passender HTML-Code generiert. Diese wird dann per HTTP an den Client geschickt, wo der HTML-Code wie üblich im Browser dargestellt wird. Ebenso gut lässt sich statt HTML-Code SVG-Code für eine Grafik generieren.

Ein offensichtlicher Vorteil einer serverseitigen Lösung ist es, dass die “rohen” RDF-Daten den Server nicht verlassen. Da bei Linked Open Data sowieso von einem freien Zugang zu den Daten ausgegangen werden kann, ist dies hier jedoch kein wirkliches Problem.

Clientseitig: Lesen von RDF-Daten und Ändern des DOM-Baums

Bei einer clientseitigen Lösung liest der Webbrowser per Javascript RDF-Daten von einer oder mehrerer Datenquellen ein. Aufgrund der same origin policy benötigt man ggf. noch einen Proxy beim Betreiber der Webanwendung. Es mag mit Hilfe neuartiger Technologien (wie Websockets) möglich sein, dass es mittlerweile einfacher geht. Es gibt bereits einige Javascript-Bibliotheken zum Verarbeiten von RDF aus denen man wählen kann. Auch die Anfrage von SPARQL-Servern mit Hilfe von Javascript scheint möglich zu sein.

Bachelorarbeiten

Im Rahmen von zwei Bachelorarbeiten sollen beide Varianten implementiert werden, um einen Vergleich zu ermöglichen. Die Vor- und Nachteile beider Ansätze dürften bei der praktischen Umsetzung relativ gut deutlich werden. Das Anwendungsszenario ist ein Verzeichnis aller Professoren der CAU, dessen Daten als Linked Open Data für das Jubiläum im Jahr 2015 erarbeitet werden. Neben den lokal vorliegenden RDF-Daten der Professoren besteht durch Verbindungen mit der GND, DBPedia und weiteren Datenquellen die Möglichkeit, auch mit Verknüpfungen innerhalb der Linked Open Data Cloud zu experimentieren.

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