Masterprojekt/-arbeit: Erfassung historischer Quellen mit personenbezogenen Daten

Bei der Erfassung jüngerer historischer Quellen stellt sich das Problem, dass diese zum Teil auch personenbezogene Daten enthalten, die aufgrund der gesetzlichen Lage in Deutschland bzw. Europa nicht so einfach verarbeitet, geschweige denn als Linked Open Data veröffentlicht werden dürfen. Da bereits für die Erfassung personenbezogener Daten lebender Personen eine Einverständnis dieser erforderlich ist, ist eine Erfassung solcher Quellen – insbesondere in einem öffentlichen Citizen Science Projekt – quasi nicht möglich.

In dieser Arbeit soll zunächst untersucht werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es für die Erfassung, Speicherung und Veröffentlichung in Form von Linked Open Data für personenbezogene Daten gibt. Welche Daten müssen überhaupt geschützt werden? Kann an manchen Stellen möglicherweise Anonymisierung weiterhelfen, so dass die Daten trotzdem noch wissenschaftlich ausgewertet werden können? Lässt sich eventuell zwischen uni-interner Verarbeitung (mit geringeren Anforderungen) und Veröffentlichung von Linked Open Data unterscheiden?

Nachdem diese rechtlichen Grundlagen geklärt sind, soll eine Software (weiter-)entwickelt werden, die eine rechtlich einwandfreie Erfassung historischer Quellen mit personenbezogenen Daten als Citizen Science Projekt ermöglicht. Eine mögliche Auswirkung könnte z.B. sein, dass bestimmte Bereiche einer Quelle von speziell verpflichteten Mitarbeitern markiert und für die Öffentlichkeit automatisch geschwärzt werden.

Aufgrund der juristischen Fragestellungen eignet sich diese Abschlussarbeit besonders gut für einen Informatikstudenten mit Nebenfach Jura.

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